Ein Jahr „Hundemama“

Heute vor einem Jahr zog Gismo bei uns ein. So lange hatten wir auf ihn gewartet, dem Tag entgegen gefiebert – und heute ist er schon ein Jahr lang ein Teil unserer Familie.

Wir haben Gismo nicht abgeholt, so wie es bei den meisten wahrscheinlich üblich ist. Unsere Züchterin ist quer durch Deutschland gefahren, um jeden Welpen persönlich in sein neues Leben zu entlassen. Ich empfinde dies als liebevolle Geste, denn so trat Gismo nicht nur die erste lange Autofahrt seines Lebens in Begleitung seiner Mama, seiner Oma und eines Teils seiner Geschwister in einem Auto an, das er bereits vorher kannte, sondern erkundete auch gemeinsam mit ihnen sein neues Heim. Er kam hier herein spaziert als wäre es das normalste der Welt. Nach kurzer Zeit verabschiedeten wir uns und ohne großes Tam Tam und alle gingen wieder – außer Gismo, der blieb. Natürlich war er aufgeregt in der neuen Umgebung ohne die Menschen und Hunde, die ihn die ersten 8 Wochen täglich begleitet haben. Aber er erkundete neugierig und selbstsicher sein neues Heim. Er hat weder geweint noch nach seiner Mama gerufen – lediglich damit einen Schlafplatz zu finden tat er sich schwer. Nach der ersten Mahlzeit klappt aber auch das.

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Fahrradfahrer und Fußgänger im Park beobachten

Die Welpenzeit verflog regelrecht. Wie oft hörte ich andere Hundebesitzer sagen „genieß die Zeit, sie geht vorbei wie im Flug“oder „Mach viele Fotos, sie verändern sich so schnell“. Ja, Recht hatten sie! Heute würde ich einiges anders machen, würde in viele Situationen entspannter sein und es noch mehr genießen, mir weniger Sorgen machen. Zumindest hoffe ich, dass es beim nächsten Hund irgendwann mal so sein wird 😉

Nach 1,5 Wochen im neuen Heim besuchten wir die Welpenspielgruppe. (Über meine Meinung zu diesen Gruppen und was eine gute Gruppe ausmacht werde ich demnächst noch einen extra Beitrag verfassen.) Die erste Stunde schauten Gismo nur mit großen Augen zu, wenn die anderen Welpen ausgelassen tobten. Das war aber garnicht schlimm, wir haben ihm die Zeit gegeben, die er brauchte und einfach die anderen Welpen beobachtet. Bei den kleinen Übungen wie Slalom laufen oder Rückruftraining machte er super mit und hatte viel Spaß. Mit der Zeit taute er immer mehr auf und lernte spielerisch mit verschiedenen Hunden um zu gehen. Auch ich lernte viel über die Körpersprache meines Hundes – wann ist es Spiel und wann braucht er meine Unterstützung.

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Erster Ausflug in den Wald

 

Wir wechselten in den Junghundekurs, wo wir verstärkt an alltäglichen Dingen arbeiteten. Laufen an lockerer Leine, eine ruhige Begrüßung, sicheres Aussteigen aus dem Auto und natürlich auch immer wieder der Rückruf standen auf dem Programm. In einem weiterein Kurs haben wir viel davon noch intensiviert.

Wir haben die ersten nervenaufreibenden Pubertätsschübe gemeistert. Nicht selten sind wir aneinander geraten, mussten Dinge zum hundertsten Mal diskutieren und Grenzen neu abstecken. Natürlich habe ich Verständnis für Gismo. Man merkt an manchen Tagen einfach, dass er selbst nichts mit sich anzufangen weiß. Aber gleichermaßen lasse ich mir nicht auf der Nase herum tanzen und setze einen gewissen Grundgehorsam durch. Es ist manchmal ein Balanceakt. Allerdings denke  ich auch, dass sein Verhalten völlig normal für einen jungen heranwachsenden Rüden ist. Da müssen wir wohl einfach durch 😉

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Gismo beim Hannoveraner Toller Treffen (Danke Elli :* )

Wir haben im letzten Jahr die ersten Schritte in Sachen Dummy Training zusammen gemacht. Sicherlich gibt es einige Hunde, die in seinem Alter auf einen viel höheren Ausbildungsstand trainiert werden oder schon erfolgreich Prüfungen absolviert haben. Doch daran will ich uns nicht messen. Ich bin wirklich stolz auf ihn. Wir haben uns das meiste selbst erarbeitet, sind noch immer auf der Suche nach einem passenden Trainer und haben eigentlich auch erst vor ein paar Monaten angefangen wirklich ernsthaft zu trainieren. Er musste sicherlich schon die ein oder anderen Fehler, die meiner Unwissenheit geschuldet sind, ausbaden. Gismo ist ein wahnsinnig aufmerksamer und feinfühliger Hund. Man liest es immer wieder aber zu erleben, wie stark der Hund die eigene Stimmung wahrnimmt ist nochmal was ganz anderes. Meine Nervosität oder mein Frust überträgt sich 1 zu 1 auf ihn – doch daran arbeiten wir. Ich bin mir sicher, dass wir beide unsere Nervosität früher oder später in den Griff bekommen werden. Hauptsache wir haben weiterhin Spaß zusammen!

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Kleines Dummyseminar bei Julia Sondermann 

Gismo ist der größte Clown, den ich kenne. Er bringt uns jeden Tag mindestens einmal zum Lachen und schleicht sich in sämtliche Herzen. Er begleitet uns wo es nur geht. Kommt mit in die Stadt, ins Cafe und ins Restaurant, schläft im Hörsaal auf meinen Füßen oder lässt sich heimlich den Bauch von meinen Kommilitonen kraulen.

Er ist defitnitiv nicht mehr weg zu denken aus unserem Leben und ich frage mich: Was habe ich 21 Jahre ohne (diesen) Hund gemacht? Auf jeden Fall weniger gelacht! 😉

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Liebe Grüße von Gismo & Fabienne 🙂

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Ein Kommentar zu „Ein Jahr „Hundemama“

  1. So ein toller Beitrag. Ich könnte mich mit Haxe in dem Beitrag auch irgendwie wieder finden. Pubertät ist nicht einfach, doch ich glaube wenn man dort durch ist, steht einem nichts mehr im Wege.

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