Ein Welpe kommt ins Haus!

In diesem Post möchte ich mich zurück erinnern an die ersten Tage mit unserem Wirbelwind.  So lange haben wir den Tag des Einzugs herbei gesehnt. Haben in Büchern und im Internet gelesen, was wichtig ist in den ersten Tagen. Wenn man auf den Einzug des ersten Welpen wartet und auch noch Semesterferien hat, dann hat man ganz schön viel Zeit sich über jedes mögliche und unmögliche Detail Gedanken zu machen. Und dann ist er da – und benimmt sich ganz anders als die Welpen aus den Büchern. Er hatte die Bücher wohl nicht gelesen!

Am 23.07.2015 war es so weit. Der Tag der Tage war gekommen!
Gismo wurde uns von seiner Züchterin gebracht und kam hier wie selbstverständlich mit seiner Mama und seiner Oma rein marschiert. Nachdem DSC02267alle Hunde die Wohnung abgesegnet hatten, fuhren alle wieder nach Hause – außer Gismo. Natürlich war er ganz schön aufgeregt und hat weiterhin sein neues Zuhause genaustens inspiziert, geweint oder nach seiner Mama und den Geschwistern gerufen hat er allerdings nie. Nach der ersten Mahlzeit im neuen Heim kam er dann auch immer mehr zur Ruhe. Er schlief dann ganz fest und verarbeitete die Erlebnisse des aufregenden Tages.

In den folgenden Tagen zeigten wir ihm nach und nach was es außerhalb der Wohnung noch zu sehen gibt. Außerdem übten wir mit ihm seinen Namen und den Komm-Pfiff. Diesen beherrschte er schon super, da seine Züchterin die Welpen damit immer zum Füttern gerufen hat. Er kam immer ganz schnell angeflitzt und konnte so auch schnell das passende Kommando dazu (bei uns: „Hier“).  Ich kann nur empfehlen mit dem Welpen Orte zu besuchen, an denen er ohne Gefahr frei laufen kann. Eigentlich besitzen alle WelpDSC02362en einen natürlichen Folgeinstinkt, da es in der Natur überlebenswichtig ist, den Anschluss an die Gruppe zu behalten. Diesen kann man sich wunderbar zu Nutze machen. So lernt der Hund schon vom ersten Tag an, selbt dafür zuständig zu sein, seine Menschen nicht zu verlieren. Natürlich weitet sich der Radius mit fortschreitendem Alter aus, jedoch merke ich, dass Gismo selbst in seinen pubertären Phasen immer mit einem Ohr bei mir ist. Man kann sich manchmal einfach etwas hinter Bäumen verstecken, wenn der Welpe doch mal abgelenkt ist. Dabei sollte man allerdings das Versteck nicht zu schwierig wählen, der Welpe soll ja nicht in Panik geraten. Die Freude beim Wiedersehen ist dann natürlich riesig, auf beiden Seiten! Schnell wird er lernen besser auf zu passen, auch wenn die Welt noch so spannend ist.

Natürlich mussten wir Gismo auch an die Leine gewöhnen. Diese fand er zunächt ganz schön gruselig. In allen Welpenratgebern wurde immer nur erläutert, wie man dem Welpen beibringt nicht zu ziehen. Nun, Gismo hat nie gezogen. Er wollte nämlich nicht laufen mit diesem komischen Ding, was seinen Rücken entlang läuft! Mit viel Geduld, gutem Zureden und natürlich reichlich Belohnungen wurde es dann immer besser. Bis er allerdings freiwillig das Grundstück verlassen hat dauerte es tatsächlich eine ganze Weile! Waren wir erstmal unterwegs war alles gut, nur die Überwindung fiel im anfangs schwer.

Wir haben viel mit ihm erlebt und ihm die Welt gezeigt. Nun ist es aber so, dass ein Welpe noch nicht so lange laufen kann. DSC02366Denn nur weil ein Welpe weiterhin mitläuft, heißt das nicht, dass er noch laufen kann oder sollte. Hier kommt wieder der Folgeinstinkt zum Tragen, der den Welpen veranlasst . An dieser Stelle kommt dann unser Glückskäfer-Sack ins Spiel. Hierbei handelt es sich eigentlich um einen Tragesack für Babies, in den aber auch Hundekinder wunderbar passen. Er war uns die ersten 2 Monate ein treuer Begleiter, wodurch Gismo auch auf längeren Runden dabei sein konnte. Nach anfänglichem leichten Protest ließ sich Gismo sehr gerne darin tragen. Hier galt von Anfang an die Devise, dass er niemals raus kommt, wenn er quengelt. Er hatte also schnell verstanden, dass er mit Motzen nicht zum Ziel kommt. (Wichtige Erkenntnis – nicht nur auf den Tragesack bezogen!)

Ich hatte mich mit Einzug des Welpen bereits darauf eingestellt, nachts erstmal nicht mehr durchschlafen zu können. Gismo sollte in einer Transportbox neben unserem Bett schlafen und auch tagsüber darin zur Ruhe kommen. Soweit die Theorie. Wir machten ihn natürlich mit der Box bekannt, die er intressiert inspizierte. Als wir am ersten Abend dann die Box schließen wollten, zeigte Gismo uns deutlich was er davon hielt. Nämlich garnichts! Nach langem Zureden ließen wir die Box tatsächlich auf, bauten ihm aber einen sehr kleinen Auslauf drum herum, der jeden Abend kleiner wurde, bis er in der Box schlief. Es hat letzten Endes ca. 3 Wochen gedauert, bis er ohne Protest schlafen ging. Ich bin trotzdem froh, es durch gezogen zu haben, denn so eine Box bietet viele Vorteile. Es ist für den Hund ein Rückzugsort, an dem er sich bei positivem Aufbau geborgen und sicher fühlt. Außerdem konnte ich viel entspannter schlafen, wenn ich wusste, er kann weder Blödsinn noch unbemerkt Pipi machen. Auch ein kleiner Welpe möchte seinen Schlafplatz nicht beschmutzen und wird dann sehr unruhig, wenn er nachts mal muss. Davon wird man auf jeden Fall wach und kann schnell mit ihm raus. Durchgeschlafen hat Gismo nach 3 Nächten von ca. 23:00-7:00. Als ich das erste Mal morgens aufgewacht bin ohne nachts mit ihm draußen gewesen zu sein, habe ich mich ganz schön erschrocken! Ich dachte entweder ist er ausgebüchst oder hat sich in seiner Box erleichtert. Nichts dergleichen war passiert, er hat einfach schon durchgeschlafen.

Nicht zu verachten waren seine „verrückten 5 Minuten“, von denen ich in diesem Ausmaß nichts in WelpenratgeDSC02395.JPGbern gelesen hatte. Nach einigen Tagen bei uns, taute Gismo mehr und mehr auf und stellte uns vor so manche Herrausforderung. Eine der größten waren dabei seine „Ausraster“. Er lief dann wie ein Irrer durch die Wohnung und biss in alles was ihm in die Quere kam – Sofa, Spielzeug, Schuhe, Körbchen. Ich habe das immer „Piranha-Modus“ genannt und fand es nicht annährend so witzig wie er. Nachdem er dabei zwei mal wirklich frech wurde, war klar: In der Wohnung gibt es das nicht mehr! Natürlich lassen sich Welpen nur dort so gehen, wo sie sich sicher fühlen und das tat er draußen einfach noch nicht. Trotzdem kam er ab da jedes Mal an Geschirr und Leine, wenn er so drauf war. Ich setzte mich dann, den Fuß auf der Leine, mit ihm in eine Ecke und wartete bis er ruhig war. Ich hab mich da wirklich auf einen langen Kampf eingestellt, doch tatsächlich war dieses Thema nach einigen Tagen durch. Seine „verrückten 5 Minuten“, die wahrscheinlich jeder Hundehalter kennt, wurden seit dem nach draußen verlagert, wo er sie auch sehr gerne ausleben darf!

Ich könnte noch so viel berichten, über die ersten Wochen und Tage, doch das würde den Rahmen hier wirklich sprengen. Ich errinnere mich sehr gerne an diese Zeit. Welpen sind einfach zuckersüß und lassen das Herz höher schlagen. Trotzdem war es auch eine ganz schön anstrengende Zeit. Grenzen mussten gesetzt und vor allem durchgesetzt werden, Regeln wurden aufgestellt und man musste sich ja gegenseitig auch erstmal richtig kennen lernen! Die Stubenreinheit war bei uns tatsächlich ein etwas längeres Unterfangen. Jedes Mal wenn ich dachte „Jetzt hat er’s!“ passierte am nächsten Tag ein Missgeschick. Doch früher oder später wird jeder Hund stubenrein und so war es auch bei Gismo! Dafür hatten wir garkeine Probleme mit dem Alleine bleiben. Es nahm mir wirklich einige Sorgen, dass er ohne Stress ein paar Stunden allein sein konnte, als bei mir die Uni wieder anfing.

Abschließend möchte ich sagen, dass es eine wunderbare Erfahrung ist seinen Hund von Anfang an aufwachsen zu sehen und mit ihm gemeinsam die Welt zu entdecken!

 

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4 Kommentare zu „Ein Welpe kommt ins Haus!

  1. ….es macht einfach sehr viel Spaß in dem Blog zu lesen, sofort sind all die schönen Erinnerungen an die ersten Wochen mit Gismo wieder da, die ich zum Teil miterleben dürfte. Weiter so….

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  2. Ich freue mich, dass ihr diese schönen Erinnerungen hier festhaltet und teilt … und mus zugeben, so ein Glückskäfer-Sack sieht echt praktisch aus – wir hatten bis jetzt nur einmal Bedarf an Trageausrüstung und haben uns da mit Handtaschen beholfen (wobei Damon nicht sehr groß war)!
    Die Stelle mit dem natürlichen Folgetrieb von Welpen hat mir ein dickes Schmunzeln ins Gesicht gezaubert – ich vergesse nie, dass unsere Laika als Welpe davon nichts gehört hatte und munter ihrer eigenen Nase folgte … und bei uns für ziemliche Verwirrung sorgte 🙂

    Ich freue mich schon auf weitere Beiträge und sende liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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    1. Danke für den lieben Kommentar 🙂 Der Glückskäfer Sack hat uns wirklich gute Dienste geleistet aber auch für einige Lacher gesorgt 😀 Bei der Passage über den Folgetrieb hatte ich nachträglich extra noch ein „eigentlich“ davor gesetzte, für Welpen wie Laika 😀 🙂 Es verläuft eben nicht immer alles nach Lehrbuch, das mussten wir auch feststellen 😛
      LG

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